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Mit 300 Kindern in der Stadtranderholung in Recklinghausen

Mittwoch kurz vor 9.00 komme ich in Recklinghausen an, Frank Schwabe und ich fahren mit dem Auto und irgendwann sind wir ziemlich im Grünen. Da sind schon viele Jusos aus Waltrop, Castrop-Rauxel und Recklinghausen, zusammen laufen wir ein Stück durch einen Wald und dann sind wir da. Wir sehen eine riesige Wiese, hinten ein riesiges Freibad und über 300 Kinder, die umherlaufen. 

 

Wir lassen uns erklären, wie das hier funktioniert. Die Stadtranderholung. Seit über fünfzig Jahren bietet die AWO hier an, dass ein Kind in einen der Busse, die morgens durch verschiedene Viertel der Stadt fahren einsteigt und zu der Wiese, auf der wir stehen, gefahren wird. Da gibt es Frühstück, dann Wiese, Tischtennis, Wald, Schwimmen und im Regen unter Dächer spielen, Mittag und Kuchen, danach wieder Freibad oder was anderes und am Abend fahren die Busse wieder in die Viertel – und das alles zusammen mit anderen Kindern, die zwischen 6 und 12 sind. Betreut werden sie von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Der Preis für eine Woche beträgt 25 Euro und für ALG II-Empfängerinnen und Empfänger 10 Euro. An den Kindern könne man sehr gut sehen, wie der soziale Zustand dieser Gesellschaft ist, erzählt uns das Ehepaar, die quasi die Chefs der ganzen Anlage sind. Und weiter sagen sei, dass die Anzahl von Kindern aus ALG II-Familien zunehme. Das soll ich mal mitnehmen nach Berlin.

 

Als ich ein Video-Statement für Frank aufnehme, kommen paar Kinder an und fragen und fragen und fragen. Die Kamera finden sie interessant, die SPD kennen sie und als ich erkläre, dass ich die Jungen in der SPD vertrete, fragen sie, ob bei uns auch immer alles abgestimmt wird. Sie meinen nämlich, wenn man einfach selber was macht, nölen danach immer alle rum. Wenn man davor abgestimmt habe, könnten die anderen nicht rummeckern. Ich muss lachen. Ja, bei uns wird sehr viel und sehr oft abgestimmt. Da hätte ich mich gern noch länger unterhalten. Manchmal sind die scheinbar so schwierigen Prozesse in Organisationen auf so klare Wahrheiten zu bringen. Aber dann geht es weiter und als ich mit Frank wieder im Auto sitze, freue ich mich innerlich, dass es Menschen gibt, die ihren Sommer damit verbringen, Kinder die Möglichkeit zu geben, Dinge zu erleben, die sie vermutlich sonst nicht mitbekommen werden, weil die Eltern kein Geld für Sommer, Sonne, Sonnenschein haben und dass es Leute wie Frank in der SPD gibt, die nicht nur wissen, dass es solche Projekte gibt sondern auch wissen, dass sie notwendig sind und wir als Sozialdemokratie dafür sorgen müssen, dass es sie entweder in den nächsten fünfzig Jahren noch gibt oder sich alle Sommer, Sonne, Sonnenschein für ihre Kinder leisten können.     

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Ich bin Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende der Jusos, und auf diesem Blog findet ihr alle Informationen zu der Tour ″Deutsche Wirklichkeit verändern. Jusos unterwegs″, die von mir im Juso-Blog verfassten Artikel und noch einiges über meine politische Arbeit.