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Das Ausreisezentrum in Trier

Mit Fabian (Landesvorsitzender der Jusos Rheinland-Pfalz) komme ich in Trier an. Mit einigen Jusos fahren wir zum Ausreisezentrum. Auf dem gleichen Gelände untergebracht,  ist die Erstaufnahmeeinrichtung. Wir laufen bisschen rum und schauen uns die Häuser an. Eine offizielle Besichtigung durften wir nicht machen. Aber ein Gespräch mit der ökumenischen Beratungsstelle, die in Büros auf dem Gelände arbeiten, haben wir.  Abstrakt bleibt es unverständlich, warum es Ausreisezentren überhaupt gibt. Es drückt sich der Eindruck auf, dass es schlicht darum geht, Menschen zur Ausreise zu bewegen.  Konkret gibt es die Kritik an einem Essen, was nicht alle Menschen vertragen, schlechter gesundheitlicher Versorgung, unhygienischen Verhältnissen und die Unsicherheit über die Aufenthaltsdauer, die Angst, die Menschen unglücklich, verzweifelt werden lassen.

 

Dramatisch ist es, wenn man sich die menschlichen Schicksale dahinter vorstellt. Wütend macht es, weil der deutsche Staat so mit Menschen umgeht. Und die Nachbarn des Geländes kommen derart ihrer Nächstenliebe nach, dass sie im Ausreisezentrum anrufen, wenn im umliegenden Park die Bewohner des Ausreisezentrums zu laut sind, wenn sie mal im Park sitzen können, und dann bekommen die „Übeltäter“ Sozialstunden aufgebrummt. Widerlich ist das.

 

Und nach dem Gespräch von Fabian und mir mit einer Bewohnerin des Ausreisezentrums wird das alles noch stärker. Man fragt sich, was wohl mit all den Menschen wäre, wenn es nicht so etwas wie die ökumenische Beratungsstelle gebe und die finanzielle Unterstützung der Kirchen für diese. Und man fragt sich mal, warum eigentlich nicht auch andere unterstützen. 

 

Als wir auf die Straße treten, kommt einem der Sonnenschein, der blaue Himmel, die grünen Wiese und die Bäume wieder so absurd vor.

 

Weiter fahren wir zum AK Asyl in der Arbeitsgemeinschaft für Frieden. Froh bin ich immer, wenn man erlebt, wie viele  linke Strukturen es in den verschiedensten Orten gibt. Und genauso ist es hier. Sie erzählen von ihrer begründeten und kompetenten Kritik an diesem Ausländerzentrum, von den Demos, die dagegen organisiert werden und dass es immer schwieriger wird, Menschen zu finden, die bereit sind, regelmäßig das Ausreisezentrum zu besuchen und mit den Flüchtlingen dort zu sprechen.

 

Danach besuchen wir das multikulturelle Zentrum. Drei Mädels, die da sitzen und erzählen, sie hätten vor zwei Jahren das Problem mitbekommen, dass die 16-, 17-Jährigen Flüchtlinge in einer miesen Situation sind. Oft könnten sie die Sprache nicht, dann würden sie isoliert, abgeschirmt vom Rest der Gesellschaft leben und dann haben sie begonnen, Alphabetisierungskurse zu organisieren. Jeden Tag vier Stunden, wo sie mit den Jugendlichen Unterricht machen. Den Lernstoff überlegen sie sich selber. Mittlerweile haben sie immer mehr Kurse und Projekte. Sie erzählen davon, wie es ist, mit Jugendlichen zu arbeiten, die traumatisiert sind, sich nicht länger konzentrieren können, die bei einem Stichpunkt zusammenbrechen. Gleichzeitig berichten sie, wie großartig es ist, wenn man merken würde, dass es den Jugendlichen besser geht, wenn sie ruhiger werden und länger dabei sein können. Und sie erzählen von ihren Problemen, dass sie kaum die Räume zahlen können und es für sie das Schlimmste ist nicht zu wissen, was mit dem Projekt passiert, wenn sie fertig studiert haben, arbeiten/weggehen müssen und nicht mehr selber das Projekt stemmen können. Man fragt sich mal wieder, könnte hier nicht von staatlicher Seite geholfen werden?

 

Mit vielen solcher Fragen sitze ich am Abend auf dem Campus-Gelände mit den anderen Jusos. Nachdenklich sind wir alle, aber Ideen, was man machen könnte, haben wir auch gesammelt. 

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2 Kommentare

  1. Martin sagt:

    Liebe Franziska, vielen Dank für deine Schilderung die man leider nicht nachvollziehen kann. In einem Ausreisezentrum wird wohl kaum jemand zum bleiben aufgefordert. Das Essen wird so gut und so schlecht sein wie in jeder Großküche. In Deutschland sind mehr als 200 Nationen vertreten die hier Asyl suchen, soll der Koch für jeden ein einzelnes Gericht kochen??? Die lieben Nachbarn haben vielleicht hart gearbeitet um sich ein Haus zu leisten und in Ruhe zu leben. Vielleicht gehst du mal in eine Fabrik und stellst dich 8 – 10 Stunden an ein Band. Danach erhälst du in deiner Freizeit eine Dauerbeschallung. Mal sehen wie lange du das mitmachst. Von dem Dreck und der Möglichkeit den Park nicht nutzen zu können ganz zu schweigen. Dann triffst du auch noch auf jugendliche die der Sprache nicht mächtig sind. Wie viele Deutschlehrer bezahlen denn die Jusos? Keinen! Du bist aber über die linke Arbeit froh.

  2. mertyroosevelt sagt:

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Ich bin Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende der Jusos, und auf diesem Blog findet ihr alle Informationen zu der Tour ″Deutsche Wirklichkeit verändern. Jusos unterwegs″, die von mir im Juso-Blog verfassten Artikel und noch einiges über meine politische Arbeit.