Im Hospiz in Erftstadt
Mittwoch, 23.September 2009 von Franziska Drohsel
Mit einem mega-schlechten Gewissen, weil mein erster Zug am Freitag Morgen mir erst nur eine Verspätung, damit dann das Verpassen meines Anschlusszuges und am Ende eine Stunde verspätetes Erscheinen in Erftstadt beschert hat, komme ich in Erfstadt an. Helga Kühn-Mengel und eine Gruppe von Jusos warten am Bahnhof auf mich.
Wir fahren los und zuerst geht es in ein Hospiz. Ich bin ein wenig unsicher. In einem Hospiz war ich noch nie. Wir kommen an und sitzen mit einer engagierten Hospizleiterin und einem ebensolchen Vertreter der Ehrenamtlichen an einem Tisch und die beiden erzählen uns, was hier passiert.
In einem Hospiz sind nur Gäste. Menschen kommen dorthin um zu sterben. Hier gelten andere Dinge als in anderen Einrichtungen. Sie leben im Moment. Wenn ein Gast morgens ein schwarzes Bier trinken möchte, es zwei Stunden später erbricht und es trotzdem immer wieder haben will, wird er es bekommen. Die Freude, in dem Moment des Trinkens, ist das, was dem Gast nicht verwehrt werden soll. Wenn die Menschen hierher kommen, kehrt Ruhe ein – bei den Gästen und ihren Angehörigen. Und hier versuchen sie, dass die Menschen noch so viel vom Leben mitnehmen können, wie es irgend möglich geht.
Gleichzeitig erzählen sie auch, was es für einen Angestellten heißt, wenn ein Mensch verblutet und er daneben sitzt. Einer von uns Jusos fragt, wie lange die Angestellten denn in einem Hospiz arbeiten könnten mit dieser psychischen Belastung. „Lange“, antwortet uns die Hospizleiterin. Auf der einen Seite sei es extrem belastend, auf der anderen Seite würde man unheimlich viel zurückbekommen.
In ein Hospiz kommen Erwachsene, die unheilbar erkrankt sind, deren Erkrankung weit fortgeschritten ist und diese Erkrankung in absehbarer Zeit zum Tod führt. Die Zuzahlung liegt bei 10%, den Rest übernehmen die Krankenkassen. Der Betreuungsschlüssel liegt bei 1:1. Hinzukommen die Ehrenamtlichen und viele Spenden.
Dieses Haus, die Menschen, die uns über dieses erzählen, alles macht einen Eindruck, als würde hier alles getan, um Menschen die Möglichkeit zu geben, in Würde zu sterben. Und ich frage mich, warum es so viele Pflege- und Altenheime gibt, wo es so anders zugeht. Warum kann nicht in dieser elementaren Frage alles getan werden, um allen Menschen und ihren Angehörigen dies zu geben?



Schönen guten Abend
Zunächst möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen.Ich bin ein 45-jähriger Krankenpfleger,seit 23 Jahren in einem caritativen Krankenhaus in der urologischen Pflege tätig,seit ca.18 Jahren im Nachtdienst.Ernsthaft beschäftigt mich seit kurzem der Gedanke,vielleicht in ein Hospiz zu wechseln.Da wird Bedürftigen/Kranken wenigstens gegeben,was in den Krankenhäusern bei der herrschenden Lage im Gesundheitssystem leider nicht mehr möglich ist.Da hat man aus einem sozialen System ein Wirtschaftssystem gemacht in dem sich der Wasserkopf(Verwaltung)immer mehr aufbläht und die Pflege massiv zusammengestrichen wurde.Ich habe mal gehört,daß von 10 eingezahlten € effektiv 1 direkt beim Patienten landet.Wenn ich die gesamte Verwaltung im System incl. Krankenkassen betrachte,bin ich geneigt,dies zu glauben.Kann man wirklich über 200 Krankenkassenvorstandsgehälter finanzieren??O.k.,das sind auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze,trotzdem plädiere ich eher für eine zentrale Krankenkasse(ruhig mit der Möglichkeit der Zusatzversicherung).Würde auch sehr viel Bürokratie ersparen.
Dann muss man nur noch das System der Fallpauschale beseitigen und mal wirklich auf Tupfer und Faden genau berechnen,welche Kosten wirklich bei einem Krankenhausaufenthalt entstehen.
Es könnte so viel an sinnvoller Einsparung geben,man sollte da mal zwingend ein Geschwür beseitigen.Aus Kranken und Bedürftigen kann man kein Kapital schlagen.Und die Ideale der Pflegenden gehen den Bach runter.Entschuldigung,aber daß Ulla Schmidt nicht mehr auf der Bildfläche ist,ist das positivste,was ich der letzten Bundestagswahl abgewinnen konnte.Wenn es auch sonst ein Desaster war…
Habe Sie vorgestern bei H.Schmidt gesehen.Ist ja ein netter,aber manchmal könnte man ihn auch Arschlochkind nennen,oder?
Mit freundlichen Grüssen,
bleiben sie gesund.
Und nicht vergessen:Geh’n se bloß nich beim Arzt,da wird man krank von.Der sucht so lang bis er die Krankheit gefunden hat,die er gewinnbringend abrechnen kann.